
Die Milchaufnahme der Ferkel an der Sau
Das neugeborene Ferkel sucht sofort nach der Geburt das Gesäuge der Muttersau auf.
Ein angeborenes Verhalten spielt für die Erstellung der Saugordnung unter den Ferkeln eine ausschlaggebende Rolle. Schwere erstgeborene Ferkel sichern sich meist die vorderen Zitzen, die am ergiebigsten sind, während kleine Ferkel sich mit den hinteren Zitzen zufrieden geben müssen.
Die Saugordnung des Wurfes stabilisiert sich innerhalb von 2-3 Tagen.
Jedes Ferkel saugt an einer bestimmten Zitze, von der es sich normalerweise nicht mehr verdrängen lässt. Dabei besaugt jedes Ferkel nur eine Zitze.
Die mechanischen Reize, die das Ferkel am Gesäuge der Sau ausübt wirken auf hormonelle Steuerungsreflexe, die bereits den Geburtsverlauf positiv beeinflussen. Die Sau gibt nach Beendigung der Geburt sofort Milch ab.
Ferkel, die an den vorderen Zitzen saugen, wachsen im allgemeinen etwas schneller. Die stärkeren Ferkel üben eine höhere Massageintensität auf das Gesäuge der Sau aus. Daraus folgt eine höhere Milchabgabe.
Die Ferkel saugen stündlich, d.h. täglich ca. 20 mal an der Sau. Alle Ferkel saugen immer gemeinsam an der Sau. Sie stimulieren sich gegenseitig durch bestimmte Laute, die sie vor Beginn der Milchaufnahme äußern.
Den Saugvorgang kann man in fünf Abschnitte unterteilen:
- Suchen nach der richtigen Zitze
- Vormassage ca. 1 Minute
- Langsames Saugen von 30 Sekunden
- Saugphase von 30 Sekunden, die Saugfrequenz ist höher.
Nur in dieser Phase wird Milch sezerniert.
- Nachmassage ca. 2 Minuten
Nach der Geburt können die Ferkel aufgrund ihres kleinen Magens, der ein Gewicht von 5-8 g besitzt, nur geringe Mengen Milch pro Saugvorgang aufnehmen. Deshalb ist eine stündliche Milchaufnahme der Ferkel in den ersten Lebensstunden für eine gute Energieversorgung notwendig.
Die durchschnittliche Milchleistung bei den Sauen liegt bei 3,6 - 10,7 kg je Tag. Die maximale Milchproduktion wird in der 2. und 3. Woche nach der Geburt erreicht.