
Die ersten Lebensstunden des Saugferkels
Die Geburt und die ersten Stunden danach bilden die erste kritische Phase im Leben der Ferkel.
Das Ferkel kommt bei der Geburt von einer keimfreien intrauterinen Umgebung in die sehr keimhaltige Umgebung des Abferkelstalles.
Das Neugeborene muss sich möglichst schnell auf diese Situation einstellen und dabei einen Schutz gegen dieses keimhaltige Habitat aufbauen.
Die Energiereserven des neugeborenen Ferkels sind nach der Geburt sehr gering. Sie können nur durch eine sofortige Kolostrumaufnahme erhöht werden. Vitale Ferkel beginnen unverzüglich nach der Geburt mit dem Saugen. Dagegen sind Ferkel, die einer langen Geburtsphase ausgesetzt waren, oft erschöpft und die Kolostrumaufnahme erfolgt später.
Das Ferkel wird ohne Haarkleid geboren. Deshalb ist eine optimale Stalltemperatur für die Energieversorgung der Ferkel sehr wichtig.
Ist die Temperatur im Stall zu gering, kann der Blutzuckergehalt nicht konstant gehalten werden.
Nach der Geburt sinkt die Körpertemperatur der Ferkel um 1 - 4°C ab. Kräftige Ferkel erreichen den Normalwert der Körpertemperatur von 39°C innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Schwache Ferkel benötigen mehrere Tage um diese Temperatur zu erreichen. Ist der Temperaturverlust zu hoch, sinken die Überlebenschancen der Ferkel deutlich ab. Trocknet man kleine, schwache Ferkel nach der Geburt ab, lassen sich zu hohe Temperaturverluste vermeiden.
Je geringer das Geburtsgewicht der Ferkel ist, umso wichtiger ist eine sofortige Kolostrumaufnahme um ein weiteres Absinken der Temperatur zu vermeiden und die Vitalität der Ferkel zu erhalten (PRANGE, 2001).
Da das Temperaturbedürfnis der Sauen geringer ist als das der Ferkel, sollten den Ferkeln zusätzliche Wärmequellen wie Infrarotlampe und Wärmekissen zur Verfügung stehen.