Die Bedeutung der Kolostralmilch für das neugeborene Ferkel
Das Ferkel besitzt bei der Geburt keine Antikörper um sich gegen Infektionen zu schützen, da aufgrund der sechsschichtigen Plazenta der Sauen keine innere Übertragung auf das Ferkel möglich ist. Um eine gute Immunität aufzubauen, sind die Ferkel deshalb auf eine sofortige Kolostrumaufnahme nach der Geburt angewiesen.
Entscheidend für die passive Immunität der neugeborenen Ferkel ist der Immunglobulingehalt des Kolostrums, da die Ferkel erst nach ca. zwei Wochen fähig sind, selbständig ausreichende Mengen an Antikörper zu bilden.
Die passive Immunität über das Kolostrum ist sofort wirksam, hält jedoch nur für ca. 6 Wochen an, da die körperfremden Eiweiße abgebaut und nicht mehr ersetzt werden können.
Zwischen der 3. und 9. Lebenswoche nimmt die passive d.h. die von der Mutter durch die Kolostralmilch übertragene Immunität ab. Die aktive d.h. die eigene erworbene Immunität der Ferkel ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig entwickelt. Es entsteht eine Immunitätslückslücke.
Die in der Kolostralmilch enthaltenen Makromoleküle können bereits nach 24 bis 36 Stunden nicht mehr durch die Darmwand aufgenommen werden.
Die wichtigsten Eigenschaften der Kolostralmilch sind die Lieferung einer idealen, an den Stoffwechsel des Ferkels angepassten, Ernährung.
Mit der Aufnahme von Immunglobulinen erhalten die Ferkel einen Schutz gegen pathogene Mikroorganismen und sie verhindern die Bildung von Entzündungen im Magendarmtrakt des Ferkels.




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