
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft erfordern mehr Flexibilität
Fachleute raten Landwirten und Lohnunternehmern zu mehr Flexibilität in der Futterproduktion, um den zunehmend unvorhersehbaren Witterungsbedingungen zu begegnen.
„Wie individuelle Beobachtungen, aber auch Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, nimmt der Klimawandel drastisch an Fahrt auf. Die Folgen sind extreme Wetterkapriolen in einem Ausmaße und einer Geschwindigkeit der Wetteränderung, wie wir sie bisher nicht gekannt haben. Langanhaltende Trockenperioden mit niedrigen Graserträgen pro Hektar, unwetterartige Nassperioden mit Starkregen, hohen Windgeschwindigkeiten und Gewitter nehmen zu“, erklärt Dr. Johannes Thaysen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Deutschland.
Laut des Deutschen Wetterdienstes boten insbesondere die Sommermonate 2008 teilweise chaotische Wetterverhältnisse mit extremen Unwettern, Hagel und Tornados. Dennoch ist im Schnitt im letzten Jahr zu wenig Regen gefallen.
Nach Einschätzung von Dr. Dave Davies, Silageforscher am Institute of Biological, Environmental and Rural Sciences (IBERS), Aberystwyth University, Großbritannien, müssen Landwirte deshalb in Zukunft Silage immer dann herstellen, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet – vorausgesetzt es sind keine Düngerrückstände enthalten – und nicht nur zum bisher gewohnten Zeitpunkt. „Das alte Sprichwort ‘Man muss Heu machen, wenn die Sonne scheint’ trifft heute zweifellos auch auf die Silagezubereitung zu“, so Dr. Davies.
„Eine gute Antwort bei der Grassilageerzeugung ist die Ballensilierung, die sowohl bei niedrigen Erträgen im Vergleich zu Fahrsilovarianten Kostenvorteile bietet als auch durch ein hohes Maß an Flexibilität besticht“, sagt Dr. Thaysen.
„Bedingt durch die niedrigen Milchauszahlungspreise von weniger als 20 Cent pro Kilogramm Milch und durch den anhaltenden Biogasboom der Hofanlagen auf Güllebasis steigt der Flächenbedarf für Silomais zulasten des Ackergrünlandes dramatisch an. Die Folgen sind ein relativ kleiner Dauergrünlandanteil mit der Nutzung als Grassilage im Vergleich zum Maissilageanteil in den Betrieben. Kleinere Flächengrößen, weit entfernt liegende Teilflächen oder die Nutzung von Spätsommer- und Herbstschnitten lassen sich kostengünstiger mit Ballen erstellen als in Fahrsiloanlagen“, stellt Dr. Thaysen fest.
„Leider existieren bei größeren Futterbaubetrieben noch Vorurteile bezüglich der Kosten der Ballensilagebereitung. Bezieht man die Gesamtkosten der Verfahren jedoch auf die Tonne Silage, unter Berücksichtigung auch der Lagerkosten, so existieren oft Unterschiede von Fahrsilo- und Ballensilage bis zu 10 Euro pro Tonne Siliergut. Dabei sind die geringeren Silierverluste und auch die höheren Entnahmekosten des Ballensilierverfahrens berücksichtigt“, erklärt Dr. Thaysen weiter.
“Viele fortschrittliche Landwirte sehen Ballensilage als modernes Graslandmanagement-Instrument, das ihnen nicht nur dabei helfen kann, mit den Launen des Wetters umzugehen, sondern auch Weidefläche effizienter zu nutzen“, so Norbert Schulze, Silage Marketing Manager bei Dow Europe GmbH. „Mit Hilfe von Ballensilage kann gemähtes Gras optimal genutzt werden, indem qualitativ hochwertige Silage als „Puffer“ genutzt wird, wenn beispielsweise die Möglichkeiten für die Tiere zum Grasen begrenzt sind. Auch für Hochleistungskühe, die eine sehr hochwertige Grassilage benötigen, ist Ballensilage gut geeignet.“
Mehr Informationen zu Ballensilage finden Sie unter www.dow.com/silage/de.