
DBV: Neue Eierkennzeichnung täuscht Verbraucher
EU ignoriert die Fortschritte in der Legehennenhaltung
Die neuen Kennzeichnungsvorschriften für Eier sind ein Schlag ins Gesicht für die deutschen Eierproduzenten und eine bewusste Verbrauchertäuschung, stellte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, fest. Nach monatelangen Diskussionen über die Änderung der Vermarktungsnormen für Eier einigten sich die EU-Mitgliedsstaaten mit Zustimmung Deutschlands auf eine Verordnung, die bei der Kennzeichnung der Haltungsform den Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung bei weitem nicht berücksichtige. Damit werde dem enormen Fortschritt beim Schutz der Legehennenhaltung in Deutschland bei weitem nicht Rechnung getragen. Denn künftig sollen die Eier aus der neuentwickelten Haltungsform der Kleingruppenhaltung fälschlicherweise mit "aus Käfighaltung" beschriftet werden, kritisierte Born.
Dabei sei die Kleingruppenhaltung als Alternative zur Boden- und Freilandhaltung von Geflügelwirtschaft, Tierschützern, Anlagenbauern und Wissenschaft gemeinsam entwickelt worden. Die wissenschaftlichen Untersuchungen belegten, dass mit der Kleingruppenhaltung eine tierschutzgerechte Haltungsform geschaffen wurde, die sich gegenüber den anderen Haltungsformen noch mit zusätzlichen Vorteilen für die Umwelt, bei der Hygiene und der Ökonomie auszeichne. Die deutschen Legehennenhalter könnten nun stolz auf ihre weltweite Vorreiterrolle bei der tiergerechten und ökonomischen Erzeugung von Eiern sein, denn die EU-Vorgaben würden in vielfacher Hinsicht überboten, erklärte Born. Durch die neuen Kennzeichnungsvorschriften auf den Verpackungen würde diese Leistung aber für den Verbraucher wenig ersichtlich. Vielmehr werde der Verbraucher sich fragen, ob das jahrelange Ringen um Verbesserungen beim Tierschutz in Deutschland ergebnislos geblieben sei. Ihm werde durch die neue europäische Kennzeichnungsvorschrift, die die alte Bezeichnung weiterhin vorschreibt, ein Stillstand vorgetäuscht. Dabei setzt Deutschland mit dem 5 Jahre früheren Ausstieg aus der herkömmlichen Käfighaltung gegenüber der EU-Vorschrift ein deutliches Zeichen im Sinne des Tierschutzes.
Für den DBV sei es unverständlich und unakzeptabel, dass der enorme Wandel in der deutschen Legehennehaltung, der von den Bauern millionenschwere Investitionen verlange, öffentlich nicht wahrzunehmen sei und die Fortentwicklung im Tierschutz nicht honoriert werden könne. Die Verlagerung der Produktion in Gebiete mit niedrigen Tierschutzstandards werde somit weiter fortschreiten, so dass dem Tierschutz insgesamt durch die EU-Regelung ein Bärendienst erwiesen werde, erklärte Born. Die neue Regelung soll ab dem 01.07.2007 in Deutschland umgesetzt werden.
Quelle: Pressemeldung Deutscher Bauernverband