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Futtermittel, Rapsextraktionsschrot, Allgemeine Informationen Futtermittel
15.05.2009

Breite Zustimmung für Qualitätsoffensive der Ölmühlen beim Rapsschrot

OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland – reduziert die Glucosinolatgehalte bei der Rapssaat in den Lieferbedingungen.

Anlässlich des am 12. Mai in Berlin stattgefundenen Statusseminars zu Rapsfuttermitteln der UFOP (Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen) präsentierte Dr. Jörg Eggers, stellvertretender Geschäftsführer von OVID, den Beschluss zu den neuen Lieferbedingungen der Ölmühlen des Verbandes: Mit der Ernte 2011 muss die Saat mit Saatgut von Doppelnullsorten mit einem nachweislichen Glucosinolatgehalt von max. 18 µmol/g (bei 91 Prozent Trockenmasse) produziert worden sein. Damit setzen die Ölmühlen ein deutliches Zeichen für mehr Qualität beim Rapsschrot. Hintergrund ist ein gemeinsam auf europäischer Ebene gefasster Beschluss nach dem alle Mitglieder des Dachverbandes FEDIOL sich dieser Qualitätsoffensive anschließen. „Der Rapsmarkt ist ein europäischer Markt, deshalb war auch eine europäische Lösung notwendig“, erklärt Dr. Eggers den FEDIOL-Beschluss. „Niedrige Glucosinolatgehalte sind aber besonders auf dem deutschen Markt von hoher Bedeutung, da der Marktanteil von Rapsschrot mit 35 Prozent an Eiweißfuttermitteln deutlich höher ist als in der EU mit durchschnittlich 17 Prozent.“
Die Änderung in den Lieferbedingungen der Ölmühlen wurde notwendig, da Rapsschrot als hochwertiger Proteinergänzer vermehrt auch als Futtermittel für Schweine und potentiell für Geflügel eingesetzt wird. Dafür sind einheitlich niedrige Glucosinolatwerte unerlässlich. Bislang war in den Lieferbedingungen der Ölmühlen noch der historische Wert von 25 µmol/g festgelegt. Nach den Empfehlungen des 11. Internationalen Rapskongresses vom Juli 2003 sollten die Höchstwerte der Samen jedoch max. 18 µmol/g als Qualitätsstandard betragen. Die Umsetzung dieses Vorschlages wurde im Vorfeld der FEDIOLEntscheidung mit den betroffenen Akteuren auf deutscher wie europäischer Ebene diskutiert. Bei einem Treffen auf Einladung des europäischen Dachverbandes der Bauern COPA mit OVID, FEDIOL, UFOP und der Vereinigung der europäischen Pflanzenzüchter (ESA) am 4. Mai diesen Jahres wurde mit ESA besporchen, eine europäische Liste zu erstellen mit allen Sorten, die diesen Qualitätsanforderungen entsprechen. „Landwirte benötigen so nur den Nachweis über verwendetes Saatgut und tragen kein weiteres Risiko, falls die abgelieferte Saat aufgrund von Witterungseinflüssen den Grenzwert überschreiten sollte“, kommentiert Dr. Eggers die Sortenliste.
Der FEDIOL-Beschluss fand auch bei den auf dem UFOP-Seminar anwesenden Saatzüchtern und beim Handel breite Zustimmung. „FEDIOL und OVID setzen damit ein klares Zeichen zu Gunsten der Rapsschrotqualität!“, begrüßt Dr. Momme Matthiesen vom Deutschen Raiffeisenverband die neue Regelung.