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Bevorratung von Kolostralmilch zur Versorgung neugeborener Kälber
Das Kolostrum von älteren Kühen (ab der vierten Kalbung) wird in Plastikflaschen oder 1 l Joghurteimern eingefroren. Bei anstehenden Geburten von Färsen und Zweitkalbskühen werden die Biestmilchflaschen vorsorglich in einem Warmwasserbad bei 40°C schonend aufgetaut. Ein Auftauen der Biestmilch in der Mikrowelle ist wegen eventueller Schädigung der Globuline abzulehnen.
Nach der Geburt des Kalbes wird innerhalb der ersten Lebensstunde bei älteren Kühen die frisch abgemolkene bzw. bei Färsen die aufgetaute Biestmilch in Mengen von 2 bis 2,5 Liter über eine Nuckelflasche verabreicht. Das Kalb sollte möglichst für diese Zeit in der Abkalbebucht verbleiben.
Vom maschinell ermolkenen Erstgemelk wird das neugeborene Kalb ergänzend (im Iglu) nochmals mit 2,5 l Kolostralmilch versorgt. Die heutigen Kälber können auch bis zu 3 Litern Milch pro Mahlzeit aufnehmen. Gelingt es nicht, diese Menge zu verabreichen, sollte 4 Stunden später eine weitere Tränke verabreicht werden. Besonders männliche Kälber sind häufig am 1. Lebenstag sehr träge und damit schwierig zu tränken.
Vom Rest des Erstgemelks wird am folgenden Morgen über einen Eimer 2 bis 2,5 l Milch mit 20°C , die mit 3 ml Ameisensäure (85%ig) je l oder durch Zusatz von Milchsäurekulturen gesäuert wurde, verabreicht.
Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, die Ameisensäure im Verhältnis 1:10 mit Wasser zu verdünnen. In diesem Fall ist die Milch mit 30 ml dieser Säure zu ergänzen!
Um die Biestmilchversorgung unabhängig von den Melkzeiten sicherzustellen, wird das Morgengemelk abends und das Abendgemelk morgens verabreicht.
Entscheidend dabei ist, dass die Biestmilch in der Kälberküche auf Raumtemperatur abkühlen kann und eine Säuerung ohne starke Caseinausflockung möglich ist.
In größeren Herden mit hoher Abkalbedichte ist es empfehlenswert, von der dritten Mahlzeit an ein Mischkolostrum anzubieten, um die Bestandsimmunität zu verbessern – eine Empfehlung, die nur für Paratuberculosefreie Bestände gilt.