Bestandsmanagement in der Hirschzucht
Neben der wahrscheinlich wichtigsten Aufgabe des Futtermanagements ist eine zweite wichtige Aufgabe das Entwurmen des Bestandes.
Dieses wird bei den Kälbern Mitte bis Ende des Sommers durchgeführt. Außerdem bekommen die Kälber im Februar eine Injektion, die sie gegen den Stress des Absetzens stabiler machen soll. Die zur gleichen Zeit verabreichte Wurmkur enthält als weiteren Zusatz Selen, Vitamin B12 und Biostart, welches dem Magen hilft, grobes Futter zu verarbeiten. Diese beiden Maßnahmen werden eine Woche vor dem Absetzen im März nochmals wiederholt. Ausgewachsene Hirsche werden dagegen nur noch einmal pro Jahr vor dem Abkalben entwurmt.
Eine weitere Aufgabe des Hirschfarmers besteht darin, in den Abkalbepaddocks ausreichend Versteckmöglichkeiten für die Kälber bereitzustellen. Die Hirschkälber besitzen ein extrem ausgeprägtes angeborenes Bedürfnis sich zu verstecken.
Die Abkalbezeit der Hirsche beginnt im November. Während dieser Zeit sollten die Hirschkühe in Ruhe gelassen werden. Wenn das Bedürfnis besteht, können sie aus sicherer Distanz mit dem Fernglas kontrolliert werden.
Sollten Geburtsprobleme auftreten und eine Geburtshilfe notwendig sein, muss diese Hilfe äußerst ruhig und so hygienisch wie möglich erfolgen. Aktive durchgeführte Geburtshilfe bedeutet gleichzeitig in den meisten Fällen, dass die Kuh ihr Kalb nicht mehr annimmt. Einmal von dem Menschen berührt wird das Kalb durch den Geruch des Menschen nicht mehr als das eigene Kalb erkannt. Durch das Reiben der Nachgeburt über die Nase und in das Maul der Kuh kann erreicht werden, dass das Kalb dennoch angenommen wird.