2010 - proteinmarkt.de - Infoportal für Landwirte

Aktuelle Marktberichte

Kommentar KW 52 2010

Auch nach den Weihnachtsfeiertagen zeichnet sich feste Preistendenz ab, zumal die Rapskurse an der Terminbörse kurzzeitig die Marke von 500 EUR/t überschreiten konnten. Allerdings drückten Gewinnmitnahmen den Schlusskurs in den darauffolgenden Tagen wieder nach unten. Auch am Weltmarkt stoppten die Rohstoffkurse ihren Aufwärtstrend. Mit dem zum Ende des Jahres schwächeren tendierenden Dollarkurs orientierten sich die Notierungen für Soja und auch Mineralöl jedoch wieder kräftig nach oben und beschlossen das Jahr 2010 mit neuen Höchstständen. So schlossen die US‐Sojakurse am letzten Tag des Jahres knapp unter der Linie von 14 USD/bushel, umgerechnet 383,20 EUR/t. Der bisherige Rekordpreis von Juli 2008 liegt bei 388 EUR/t.

In der letzten Jahreswoche hat sich der Umsatz an den Schrotmärkten ebenfalls deutlich beruhigt. Die Rapsschrotpreise zogen dabei weiterhin kräftig an und erreichten ebenfalls neue Höchststände mit 232 EUR/t für Januar‐Lieferungen. Die Forderungen für Sojaschrot wurden noch einmal sprunghaft nach oben korrigiert und tendieren seither auf dem Niveau von 346 EUR/t für 44er Ware fob Hamburg stabil. Am Pflanzenölmarkt blieb das Geschäft in der letzten Jahreswoche ruhig. Die Preise für Pflanzenöl haben sich leicht befestigt. Rapsöl erreicht dabei mit Forderungen über 1100 EUR/t ein neues Rekordniveau, deutlich über den Höchstwerten von 2008.

Datum: 13.01.2011 / Dateigröße: 211.87 KB

Kommentar KW 50 2010

Die Rapshausse ist vorerst gestoppt. Nachdem in der ersten Wochenhälfte neue Rekordpreise erreicht wurden, setzten zuletzt Gewinnmitnahmen die Kurse unter Druck. Von einer Schwächetendenz kann aber nicht die Rede sein. Dazu gibt es noch zu viel Unterstützung von den ungünstigen Prognosen hinsichtlich der Versorgungslage in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres. Raps und Rapsöl werden absehbar knapp offeriert bleiben und daher kaum im Preis nachgeben. Vor diesem Hintergrund konnten auch die von der AMI GmbH ermittelten Spitzenpreise um 500 EUR/t für prompte Rapslieferungen die rzeuger kaum zu Abgabebereitschaft animieren. Vereinzelt wurde Ware abgeliefert, aber zu wenig für die anhaltend lebhafte Nachfrage der Mühlen, die nun Prämien bis zu 30 EUR/t auf die aktuelle Matif‐Notierung bewilligen. Das gilt übrigens nur für Ware mit Nachhaltigkeitsnachweis. Nicht nachhaltiger Raps liegt im Preis rund 10 EUR/t darunter und wird kaum gesucht, obgleich sich die versorgungs‐ und bilanztechnische Lage mit den zwei neuen Verordnungsänderungen deutlich entspannt hat. Zum einen wurde der Massebilanzzeitraum einmalig auf 1 Jahr (01.07.2010‐30.06.2011) erweitert, zum anderen lässt sich für bereits gehandelten Biokraftstoff nachträglich bis zum 31.03.2011 ein Nachhaltigkeitsausweis ausstellen. Das entspannt die Marktlage, vor allem Rapsöl reagierte mit schwächeren Preisen.

 

Nachdem Anfang der Woche noch über 1110 EUR/t verlangt wurden, sackten die Forderungen auf zuletzt 1070 EUR/t ab. Gleichzeitig wiesen auch die Terminbörsen Kursschwäche auf. Sowohl Soja‐ als auch Palmöl schlossen in der zweiten Wochenhälfte stetig schwächer, so dass die Pflanzenölpreise zusätzlich einen Dämpfer erhielten. Vom schwächeren Mineralölkurs kam zuletzt ebenfalls keine Unterstützung. Eine Trendwende hat allerdings noch nicht eingesetzt. Die Aussicht auf knappes Pflanzenölangebot besteht weiterhin und wird den Preisspielraum nach unten begrenzen. Bei durchweg geringen Umsätzen orientieren sich die Preisanpassungen sehr stark an der Dollar/Euro‐Währungsrelation. Dass die Kurse zuletzt häufiger schwankten, spiegelte sich auch in den Ölschrotpreisen wider. Anfang der 50. Kalenderwoche rutschte die Forderungen für Sojaschrot auf 320 EUR/t ab. Auch Rapsschrot tendierte bei kleinem Geschäft schwächer. Im Wochenverlauf wurden dann die Preise stetig angehoben, so dass 44er Sojaschrot mit 327 EUR/t sogar wieder höher bewertet wurde als noch vor einer Woche. Rapsschrot tendiert weiterhin seitwärts, mit 218EUR/t bewegen sich die Preise indes nur wenig über Vorwochenlinie.

Datum: 17.12.2010 / Dateigröße: 215.56 KB

Kommentar KW 49 2010

Die Rapshausse hält an. Losgelöst von den Sojanotierungen zeigen die Rapskurse, vor allem für die alterntigen Termine, weiter ungebrochen nach oben. Nach Angaben der AMI GmbH legte der Februar‐Termin im Laufe der 49. Kalenderwoche gut 23 EUR/t zu. Preistreibend ist das knappe Angebot, dass durch die mangelnde Abgabebereitschaft der Erzeuger verschärft wird. Dem steht aggressives Kaufinteresse gegenüber. Indiz dafür sind die hohen Prämien die zusätzlich zum Basispreis der Terminbörse bewilligt werden. Dabei schlägt auch der Nachhaltigkeitsbonus zu Buche. Das Gleiche gilt auch für Rapsöl, das in der vergangenen Woche neue Spitzenpreise erreichte. Die AMI GmbH ermittelte nach Umfrage bei Handel und Maklern einen neuen Höchstpreis von 1075 EUR/t fob Mühle Niederlande.

Damit hat Rapsöl das Rekordniveau aus dem Jahr 2008 eingestellt und rutscht nahe an die Forderungen für Sonnenblumenöl, die umgerechnet 1093 EUR/t betrugen. Die Aufschläge für Nachhaltigkeit und knappes vorderes Angebot sowie der Bonus für GMO‐freie Ware führen zu einem Preisabstand gegenüber Sojaöl von nun 85 EUR/t. Vor nicht einmal einem Monat war promptes Sojaöl noch teurer als Rapsöl. Fraglich ist allerdings, ob sich die Nachfrage bei diesen Niveaus noch weiter entwickeln kann. Für den Biokraftstoffbereich rechnet sich der Einsatz schon seit geraumer Zeit nicht mehr.

Von der Hausse ausgenommen sind derzeit die Ölschrote. Die US‐Terminkurse orientieren sich an den Bewegungen am Sojamarkt, zusätzlich beeinflusst die Dollar‐Euro‐Relation die europäischen Preise. Dabei zeichneten sich gegen Ende der Woche stagnierende Preise ab, die sogar unter Vorwochenlinie lagen. 44er Sojaschrot kostet fob Hamburg 323 EUR/t und damit 7 EUR/t weniger als noch vor einer Woche. Auch für Rapsschrot wurden die Forderungen im Wochenverlauf zurückgenommen. Dabei schmolz vor alle die Prämie für prompte Ware vollständig zusammen, da das Angebot derzeit die Nachfrage wieder übersteigt. Dafür werden jetzt für alle Lieferungen bis zur neuen Saison nahezu gleiche Forderungen gestellt, die im Schnitt mit 215 EUR/t fast 30 EUR/t über denen für neuerntige Ware liegen.

Datum: 13.12.2010 / Dateigröße: 219.02 KB

Kommentar KW 48 2010

In der 48. Kalenderwoche herrschte ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Die ohnehin sehr fest gestimmten Rapsnotierungen in Paris legten innerhalb von drei Handelstagen um knapp 17 EUR/t zu und schlossen zuletzt bei 446,75 EUR/t; ein Niveau, wie zuletzt im Juli 2008. Auslöser war die Hausse der Pflanzenöle.

Palmöl schoss auf ein 29‐Monats‐Hoch und auch US‐Sojaöl wird deutlich über 52 UScents/ pound (880 EUR/t) bewertet. Zusätzlich tendierten die US‐Sojanotierungen fest, angetrieben von lebhaftem Export. Der Dollarkurs erreichte Ende November den höchsten Stand seit 10 Wochen und heizte damit den europäischen Notierungen ein. Das hatte nicht lange Bestand. Aber die seitdem herrschende Dollarschwäche unterstützt nun die Sojakurse in den USA. Diese tendieren ebenfalls stetig, teils sprunghaft nach oben und wurden Ende der Woche mit 360 EUR/t bewertet.

Die anhaltende Nachfrage nach Pflanzenölen und das teils knappe Angebot geben den Kursen weiterhin Auftrieb. Offerten an Rapsöl sind sehr überschaubar, selbst Lieferungen auf Termine im kommenden Jahr sind nur noch begrenzt verfügbar.

Trotz des Aufstieges ermittelte die AMI GmbH eine stabile Prämie von 20 EUR/t für die vorderen Partien. Zudem werden örtlich für nachhaltige Ware bis zu 15 EUR/t aufgeschlagen und von Käuferseite auch bewilligt. Daher überschreiten die Rapsölpreise in Deutschland regional bereits die Linie von 1.000 EUR/t und kommen damit den Höchstpreisen aus dem Rekordjahr 2008 immer näher. Den steilsten Preisanstieg verzeichnet übrigens technisches Palmölraffinat mit einem Plus von 92 EUR/t gegenüber Vorwoche.

Die Ölschrote machen die Preishausse nur bedingt mit. Vor allem für Rapsschrot stiegen die Forderungen erst gegen Ende der Woche stärker an und liegen nun mit 218 EUR/t rund 6 EUR/t über Vorwochenlinie. Sojaschrot wird deutlich fester bewertet und erreicht mit 330 EUR/t fob Hamburg für vordere 44er Ware ein 8‐Monats‐Hoch.

Datum: 03.12.2010 / Dateigröße: 227.03 KB

Kommentar KW 47 2010

Das Preistal ist durchschritten. Angetrieben von Spekulationen an den Finanzmärkten, die dem Dollar kräftigen Aufwind verschafften, legten auch die Notierungen für die Ölsaaten wieder zu. Sojabohnen wurden zusätzlich unterstützt vom regen Exportgeschäft, in erster Linie nach China, und den wenn auch verbesserten, so doch immer noch suboptimalen Vegetationsbedingungen in Südamerika. Dort läuft derzeit die Aussaat an Sojabohnen. Raps konnte wenig Eigendynamik entwickeln, legte aber drei Tage in Folge um rund 5 EUR/t zu, so dass der November‐Termin zuletzt bei 426 EUR/t schloss und damit 9 EUR/t über Vorwochenlinie. Auch am Kassamarkt legten die Gebote kräftig zu.

Da Ware gesucht wird, werden Prämien bis zu 20 EUR/t auf die Terminbörse bewilligt. Die Abgabebereitschaft der Erzeuger kann mit rund 10 EUR/t höheren Preisen als in der Vorwoche allerdings noch immer nicht mobilisiert werden. Auch die Pflanzenöle tendieren wieder fester. Die AMI stellte zu Beginn der 47. Kalenderwoche in der täglichen Preiserfassung leichte Schwächetendenz fest, von der sich die Preise allerdings schnell wieder erholten und weiterhin freundlich tendieren.

Angetrieben von den steigenden US‐Notierungen und dem festen Dollarkurs legten die Forderungen für Sojaschrot kräftig zu, während Rapsschrot aufgrund mangelnder Nachfrage stabile Preise verzeichnet.

Datum: 30.11.2010 / Dateigröße: 240.54 KB

Kommentar KW 46

Die 46. Kalenderwoche war von rasanten Kursrückgängen und großer Zurückhaltung am Kassamarkt geprägt. Dabei entwickelten die Finanzmärkte die stärkste Wirkung. Immerhin kletterte der Dollarkurs kurzfristig auf ein 7-Wochen-Hoch. Die hochspekulativen Rohstoffmärkte zeigten indes Schwäche.

Die US-Sojabohnennotierungen rutschten zweimal um das Tageslimit nach unten und verloren in einer Woche 10 % an Wert. Auch die europäischen Rapskurse gerieten in den Abwärtssog, zeigten jedoch mehr Widerstandskraft. So rutschte der vordere Rapsterminkurs um 5,5 % nach unten. An den ohnehin schon umsatzschwachen Kassamärkten sorgten die labilen Terminkurse für Ruhe. Am Ende der Woche führten ebenfalls die Spekulationen an den Finanzmärkten zu einer Trendwende an den Rohstoffmärkten.

Zusätzlich konnten auch Fundamentaldaten, wie flotter US-Außenhandel mit Sojabohnen positive Kurswirkung erzielen. Raps und Sojabohnen, aber auch die Pflanzenöle haben den Abwärtstrend vorerst beendet. Bei den Pflanzenölen hatte vor allem Palmöl ordentlich an Boden verloren, da auch die Terminkurse in Malaysia schwach tendierten. Sojaöl tendierte ebenfalls rückläufig, wobei der feste Dollarkurs den Rückgang etwas bremste. Unisono rutschten auch die Rapsölnotierungen mit nach unten.

Das Kaufinteresse hielt sich auf sehr kleiner Flamme und Umsätze kamen kaum zustande, da Geld- und Briefkurs konstante Abstände beibehielten. Auch die Schrotpreise konnten sich der allgemeinen Entwicklung nicht entziehen. Allerdings war die Abwärtsbewegung deutlich schwächer ausgeprägt und die Preise haben sich schneller wieder erholt. Vor allem Rapsschrot profitierte von reger Nachfrage, die den Preisrückgang bremste.

Datum: 23.11.2010 / Dateigröße: 210.93 KB

Kommentar KW 45

Zu einem Kursfeuerwerk kam es nach Veröffentlichung des aktuellen USDA‐Berichtes.

Für einige Produkte war es allerdings nur ein kurzes Strohfeuer. Das US‐Landwirtschaftsministerium reduzierte in seinem Bericht die Schätzungen der Ölsaatenendbestände nach unten. Vor allem die Sojabilanz der USA sieht das USDA deutlich enger als noch vor einem Monat. Die Kurse reagierten daraufhin mit kräftigem Plus. Sojabohnen legten in Chicago um 4 % zu, konnten die Zugewinne allerdings nicht halten und sackten leicht ab. Demgegenüber konnten die Rapskurse in Europa das Plus weiter ausbauen, so dass am Donnerstag die Februar‐Notierung 17 EUR/t über Vorwochenlinie lag.

Auch am Kassamarkt reagierten die Preise mit scharfer Aufwärtstendenz, allerdings ohne Verkaufsinteresse mobilisieren zu können. Raps franko wird mit durchschnittlich 433 EUR/t für die vorderen Positionen bewertet, 18 EUR/t über Vorwochenlinie. Vor allem die geringe Abgabebereitschaft der Erzeuger bremst den Handel mit Raps. Davon sind auch die Termine der nächsten Saison betroffen. Obgleich in Ostdeutschland nun im Durchschnitt über 400 EUR/t für Raps ex Ernte gezahlt werden, kommt es zu keinen neuen Vertragsabschlüssen. Die anhaltend feste Tendenz der Preise und die Aussicht auf eine anhaltend knappe Rapsversorgung auch in der nächsten Saison geben den Abgebern bislang Recht.

Eine ungebrochene Aufwärtstendenz legen auch die Pflanzenöle an den Tag. Angetrieben von der aktuellen Schätzung und den daraufhin festen Terminkursen verteuerten sich die Pflanzenöle erneut sprunghaft und erreichten Preisniveaus 60‐70 EUR/t über Vorwochenlinie. Die Nachfrage bleibt daher klein und Käufer bedienen sich weiterhin nur auf den vorderen Positionen mit dem Nötigsten. Die Forderungen für Rapsöl liegen nun bei rund 935 EUR/t, Sojaöl wird mit 945 EUR/t bewertet. Die Ölschrote konnten indessen die Zugewinne nicht halten. Nach dem kräftigen Plus am Mittwoch von bis zu 12 EUR/t gegenüber Vortag, wurden am Folgetag die Forderungen bereits wieder nach unten korrigiert. Dennoch bleiben die Preise auf hohem Niveau. So liegt Rapsschrot mit durchschnittlich 217 EUR/t für November‐Partien 71 % über Vorjahrspreis. Beim 44er Sojaschrot sind es 13 %. Kontrahiert werden die Ölschrote nach dem Preissprung sehr verhalten.

Datum: 11.11.2010 / Dateigröße: 219.56 KB

Kommentar KW 44

Der Preisauftrieb geht weiter und erfasst nach Rapsöl und Rapssaat nun auch Rapsschrot. Angetrieben von reger internationaler Nachfrage, steigenden US‐Terminkursen, knappen Versorgungsprognosen und den positiven Einflüssen positiver Aktien‐, Finanz‐ und Rohstoffmärkte legten die Terminkurse für Ölsaaten zu.

Raps an der Terminbörse Paris legte innerhalb einer Woche um 10 EUR/t zu, wobei der Termin ex Ernte 2011 mit 13,50 EUR/t die größten Zugewinne erzielte. Zusätzlich profitieren die Rapskurse von den ungünstigen Ernteprognosen für das kommende Jahr. Nicht nur in Deutschland ist die Winterrapsfläche witterungsbedingt deutlich kleiner ausgefallen als geplant und die Rapsfeldbestände machen nicht immer einen guten Eindruck. Außerdem sind spätgesäte Schläge deutlich frostempfindlicher.

Bei einem kalten, schneefreien Winter kann es dann zu mehr Auswinterung kommen. Das könnte vor allem in Osteuropa und der Ukraine zum Problem werden. Die Aussicht auf ein kleineres Rapsangebot 2011 spiegelt sich auch in den höheren Erzeugerpreisen wider, die im Vergleich zu den Tagesmarktpreisen einen deutlich steileren Anstieg verzeichnen.

Große Verunsicherung herrscht am Ölsaatenmarkt, aber vor allem am Pflanzenölmarkt hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Der Alleingang der Deutschen hinsichtlich der Zertifikate für Pflanzenöle behindert bereits jetzt den Außenhandel und treibt im Inland die Preise nach oben. Denn, entgegen der im Vorfeld propagierten Meinung erzielt nichtzertifizierte Ware keinen Abschlag, sondern zertifizierte eine Prämie und die ist in den Branchen sehr unterschiedlich. So wird zertifizierter Raps mit einem Aufschlag von bis zu 8 EUR/t bewertet, beim Rapsöl wird aufgrund der derzeitigen Marktkonstellation sogar um 15 EUR/t aufgeschlagen.

Aufgrund der starken Nachfrage und dem sehr knappe Angebot, aber auch der stetig steigende Mineralölkurs haben Rapsöl zuletzt über die Linie von 900 EUR/t gehoben. Noch angespannter sieht die Versorgungslage bei den Raffinaten aus, Hier marschieren die Forderungen stramm auf die 1.000 EUR/t zu. Vor einem Jahr wurden noch 640 EUR/t verlangt!

Rapsöl hat sich damit auch wieder über die Sojaöl erhoben. Im Zuge fester Rapspreise und der, wenn auch nicht großen, aber doch stetigen Nachfrage, wurden die Forderungen für Rapsschrot wieder deutlich angehoben. Die Prämie für das örtlich sehr knappe Angebot beträgt bereits wieder 5 EUR/t, so dass im Schnitt November‐Partien mit 210 EUR/t bewertet werden, 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Sojaschrot zeigte sich zuletzt mit Schwächetendenz und rutschte für 44er Ware sogar wieder unter die Linie von 300 EUR/t fob Hamburg.

Die bereits am Mittwoch von der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) prognostizierten Turbulenzen am Agrarmarkt sind am Donnerstag eingetreten. Die US‐Finanzspritze von 600 Mrd. USD haben nicht nur den Dollarkurs unter Druck gesetzt und innerhalb eines Tages 1,6 % an Wert verlieren lassen, auch das Interesse der Spekulanten an Rohstoffen steigt wieder. US‐Sojabohnen legten am Donnerstag um 3 % an Wert zu und erreichten mit 12,65 USD/bu ein 17‐Monats‐Hoch. Und das vor dem Hintergrund einer US‐Sojarekordernte. Und das in zweierlei Hinsicht: nicht nur die größte mit über 93 Mio. t, sondern auch die schnellste Ernte seit 25 Jahren.

Datum: 05.11.2010 / Dateigröße: 229.38 KB

Kommentar KW 43

Die 43. Kalenderwoche war geprägt von starkem Preisauftrieb. Die Sojabohnenkurse profitierten von festen Getreidekursen und anhaltend flotter Nachfrage für den Export. Die Rapsnotierungen für den November‐Termin in Paris legten in nur fünf Tagen um 15,50 EUR/t zu. Das beflügelte auch die Nachfrage am Kassamarkt, doch das Angebot blieb weiterhin schleppend. Vor allem Erzeuger zeigen trotz steigender Gebote nur geringe Abgabebereitschaft und spekulieren auf weiter steigende Preise. Bis zu 395 EUR/t wurden für Raps geboten ohne nennenswerte Mengen zu mobilisieren.

Ölmühlen sind lebhaft an Raps interessiert, zeigen aber auf den 2010‐Termine bereits gute Deckung. Ab März werden die Lücken in den Büchern allerdings bedeutend größer. An der Terminbörse steht der November‐Kontrakt kurz vor Schließung. Daher geht der Kursverlauf mit den Folgeterminen nicht konform. Am Donnerstag gab es im Börsenverlauf auf den November‐Kontrakt Schwankungen von 392‐408 EUR/t. Immer mehr Engagements wurden glattgestellt oder auf den November‐Termin gerollt, der mit 42.600 offenen Positionen neue Höchstwerte erreicht.

Pflanzenöle erzeilten in dieser Woche neue Spitzenpreise so hoch wie zuletzt vor zwei Jahren. Rege Nachfrage vor allem auf den europäischen Handelsplätzen führt wieder zu knappem Angebot und deutlichen Prämien, vor allem für Rapsöl und ganz besonders für Raffinate. Rapsölraffinat kostete zuletzt 960 EUR/t und liegt damit knapp 50 %, das sind 310 EUR/t über Vorjahreslinie. Sojaöl profitiert weiterhin von steigenden US‐Terminkursen und einem zuletzt etwas festeren Dollarkurs und hat Rapsöl wieder überholt. Demgegenüber zeigen die Ölschrotpreise Schwäche.

Vor allem die Forderungen für Rapsschrot haben bei geringer Nachfrage deutlich nachgegeben und sind für die November‐Position sogar kurzzeitig unter die Linie von 200 EUR/t gerutscht. Sojaschrot kann sich ebenfalls nicht halten. Zwar tendieren in den USA die Terminkurse fest, aber am Weltmarkt haben vor allem die Forderungen für südamerikanische Ware nachgegeben. Auch der Dollarkurs beeinflusst die Preise. Mit 306 EUR/t fob Hamburg liegen die Forderungen für 44er Ware aber noch leicht über Vorwochenlinie und rund 17 EUR/t über Vorjahresniveau.

Datum: 29.10.2010 / Dateigröße: 232.34 KB

Kommentar KW 42

Die 42. Kalenderwoche war geprägt von Unsicherheit. Zwar profitierten die Sojabohnenkurse vom schwachen Dollarkurs und flotter Nachfrage, doch der Rapsmarkt dümpelte ohne nennenswerte Umsätze dahin.

Die Preise neigten in der ersten Wochenhälfte sogar zur Schwäche, was potentielle Anbieter zudem abschreckte. Selbst der kräftige Kurssprung der Sojabohnen, der sogar die Mais‐ und Weizenterminnotierungen in den USA mit nach oben riss, konnte keine Trendwende in Paris herbeiführen. Diese volatilen Kurse lähmten den Kassamarkt.

Weder Anbieter noch Käufer zeigen großes Interesse am Raps und aufgrund der stark schwankenden Preise liegen Geld‐ und Briefkurs weit auseinander. Auch Kontrakte auf die Ernte 2011 finden wenig Beachtung, zumal die Erzeugerpreise im Vergleich zur Vorwoche um 2 EUR/t zurückgenommen wurden. Ein kräftiges Plus verzeichnen die Pflanzenöle. Immer neue Meldungen über knappes Angebot treiben die Forderungen nach oben.

Vor allem Sojaöl zog kräftig an, getrieben von steigenden US‐Terminkursen und einem zeitweise festeren Mineralölkurs. Auch Rapsöl legte kräftig zu. Hier ist das prompte Angebot deutlich geschrumpft, so dass zusätzlich zur festen Grundtendenz wieder Aufgelder verlangt werden. Besonders hochpreisig wird Rapsölraffinat offeriert. Der Preisabstand zur rohen Ware beträgt über 80 EUR/t. Erst das kräftige Kursplus in den USA konnte den Preisrückgang für Soja‐ und Rapsschrot stoppen.

Die Forderungen für Sojaschrot wurden zusätzlich belastet durch den schwachen Dollarkurs, so dass die Großhandelspreise sowohl in Rotterdam für Importware als auch fob deutscher Mühle wieder auf Vorwochenlinie angekommen sind. Dies gilt nicht für Rapsschrot. Die Forderungen waren im Wochenverlauf ordentlich abgerutscht und lagen für alle späteren Termine unter der Linie von 200 EUR/t. Selbst der Fronttermin landete mit 203 EUR/t auf einem sechs Wochen‐Tief.

Datum: 22.10.2010 / Dateigröße: 182.68 KB

Kommentar KW 41 2010

Die 41. Kalenderwoche begann mit einem Paukenschlag und einem Kursfeuerwerk. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hatte in seiner monatlichen Angebots-/Nachfrageschätzung einige mutige Korrekturen vollzogen und den Markt damit sehr überrascht.

Die Terminkurse für Weizen, Mais und Sojabohnen schlossen daraufhin am höchstmöglichen Tageslimit. Das Interesse an Agrarkontrakten führte zu neuen Rekordzahlen an der Terminbörse. Allein am Montag wurden 336.792 Sojakontrakte gehandelt. Das entspricht einer Menge von fast 50 Mio. t Sojabohnen – mehr als die Hälfte der US-Ernte. Während die Sojabohnenkurse aufgrund der hohen Exporterwartungen weiterhin fest tendierten, schwächelten die Rapskurse und brachten den Markt vollständig zum Erliegen.

Sowohl Anbieter als auch Käufer warten nun erst einmal ab, bis sich die Kurse stabilisiert haben. Ohne Umsätze ist auch der Schrotmarkt, nachdem die Kurse am Montag kräftig zugelegt hatten, um dann stetig wieder ihre Gewinne abzugeben. Die Forderungen werden Schritt für Schritt nach unten korrigiert, und die Notierungen haben nahezu die Gewinne wieder verloren.

Käufer sehen daher keinen Grund in dieser Marktphase aktiv zu werden. Der kräftige Preisauftrieb hat auch den Pflanzenölmarkt empfindlich gestört, nachdem Anfang Oktober wieder lebhafteres Geschäft aufgekeimt war, ist es nun sehr ruhig. Bei Kursen rund 40 EUR/t über Vorwochenlinie finden sich keine Käufer mehr. Während für Schrote die Preise abrutschen, tendieren die Forderungen für Pflanzenöl fest.

Rapsöl wird höher bewertet als Sojaöl und profitiert vom knappen Angebot zertifizierter Ware. Die Sojaölpreise werden gestützt durch das absehbar knappe Angebot aufgrund des Endes der Importblockade in China. Nun wird China wieder argentinisches Sojaöl einführen, das im Vorjahr auch ohne die chinesische Nachfrage flott vom Markt aufgenommen worden war. Wo decken sich dann Indien und Pakistan ein? Palm- und Sojaöl hatten bereits in den Vorwochen von negativen Angebotsprognosen profitiert und waren kräftig angesteigen.

Datum: 15.10.2010 / Dateigröße: 177.78 KB

Kommentar KW 40

Die Preisfindung am Rapsmarkt gestaltet sich schwierig. Nach einer mehr als einwöchigen Abwärtskorrektur kamen zwar wieder positive Vorgaben von den internationalen Terminmärkten, die auch hierzulande leichte Preissteigerungen auslösten – eine Belebung des Geschäftes ist damit jedoch noch nicht verbunden.

Aus der Erzeugerstufe wird wenig Ware angeboten, da die Landwirte den Kursen mehr Spielraum nach oben zutrauen. Ohnehin sind viele Erzeuger derzeit mit der Herbstbestellung beschäftigt und haben die Vermarktung daher nicht im Fokus. Die Mühlen zeigen sich ebenfalls zurückhaltend, auch wenn die Rohstoffdeckung für spätere Termine nicht allzu reichlich ausfallen dürfte. Die Ölschrote setzten ihre Talfahrt fort, da der Euro noch immer sehr fest notiert und bereits nahe der 1,40 USD/EUR notiert.

Das ist so viel wie zuletzt Ende Januar 2010. Die Rapsschrotpreise tendieren ebenfalls schwache, zumal auch die Rohstoffpreise nachgegeben haben. Nur das örtlich sehr knappe Angebot an Rapsschrot zur Lieferung noch im Oktober tendiert stabil bis fest, reicht aber an die Spitzenpreise der Vorwochen nicht heran.

Von dem scharfen Preisrückgang für Sojaöl bleiben die Rapsölpreise unbeeindruckt und ziehen aufgrund der lebhaften Nachfrage sogar weiter an und Übersteigen damit erstmals seit 14 Tagen wieder die Sojaölpreise.

Datum: 08.10.2010 / Dateigröße: 223.67 KB

Kommentar KW 39 2010

Die Rapspreise bröckeln unter dem Druck schwacher Terminmarktkurse. Der Euro hatte sich nach kurzer Pause weiter befestigt und damit den Notierungen wenig Spielraum nach oben gegeben. Die in der Vorwoche noch fest gestimmten Überseebörsen verzeichneten zuletzt ebenfalls sinkende Kurse.

Bei ausbleibenden neuen Informationen am Sojamarkt rückt die laufende US‐Sojaernte in den Fokus der Börsianer und die absehbare Rekordernte lässt wenig Raum nach oben. Zusätzlich waren die Terminbörsen geprägt von Gewinnmitnahmen, die für größere Verluste sorgten. Am Kassamarkt lagen die Gebote zuletzt im Schnitt bei 375 EUR/t franko und damit 8 EUR/t unter Vorwochenlinie.

Das Kaufinteresse lebte bei den schwächeren Preisen auf, stieß aber auf rückläufige Abgabebereitschaft. Aus der Landwirtschaft wird kaum noch Ware abgegeben und auch das Geschäft mit Vorkontrakten ist zum Erliegen gekommen.

Vor allem die Entwicklung des Winterrapses bereitet den Erzeugern Sorge. Die Feldbestände sind zum Teil sehr lückig und für diesen Zeitpunkt häufig noch unterentwickelt. Der schwache Dollarkurs senkte die Forderungen für Sojaschrot, die zuletzt mit 304 EUR/t für 44er Partien fob Hamburg sprunghaft 10 EUR/t verloren hatten. Auch hier keimt Kaufinteresse auf und sorgt dafür, dass die Prämien für vordere Ware nicht zurückgenommen werden. Rapsschrot büßt indes weiter an Wettbewerbsfähigkeit ein, da hier vordere Ware stabil bewertet wird. Damit ist die Differenz von einem Prozent Protein im Rapsschrot im Vergleich zum Sojaschrot um zwei Drittel geschrumpft.

Oktober‐Lieferungen kosten um 218 EUR/t, während die Forderungen für Positionen 2011 schwächer bewertet werden. Das Kaufinteresse konzentriert sich auf Partien nach Juli 2011, die mit 180‐185 EUR/t bewertet werden.

Die Pflanzenölpreise bewegen sich wieder nach unten. Die Forderungen für Sojaöl gaben in nur zwei Tagen um 30 EUR/t nach, nachdem Anfang der Woche noch 835 EUR/t genannt worden waren. Rapsöl wird nach einer kleinen Abwärtsbewegung mit 785 EUR/t hingegen relativ stabil bewertet.

Datum: 01.10.2010 / Dateigröße: 222.94 KB

Kommentar KW 38 2010

Zuletzt gerieten die europäischen Rapspreise unter Druck des starken Eurokurses und rutschten innerhalb eines Tages um mehr als 5 EUR/t ab. Demgegenüber werden weltweit Ölsaaten fester notiert.

Ungünstige Witterungsbedingungen für die Ernte in Kanada und China sowie für die Aussaat in Brasilien und flotte Exportnachfrage nach US‐Sojabohnen ließen in Übersee die Kurse kräftig zulegen. So erreichte die November‐Bohne in Chicago mit 10,94 USD/bu (302 EUR/t) ein 12‐Monatshoch und das obgleich eine Rekordernte vor der Tür steht.

Am Kassamarkt haben sich die Umsätze spürbar beruhigt, der Bedarf der Ölmühlen auf den vorderen Positionen scheint gedeckt und die gleiche Prämie auf die verschiedenen Liefertermine ab Januar reizt nicht zur Abgabe.

Auch die kommende Ernte wird kaum noch besprochen, da Geld‐ und Briefkurse unvereinbar sind. Die Forderungen für Rapsschrot haben ihren Höchstpunkt überschritten und tendieren nun bei 216 EUR/t im Schnitt stabil. Das knappe vordere Angebot erzielt noch immer Aufgelder, wird aber kaum noch verlangt. Auch spätere Positionen finden wenig Käufer. Sojaschrot hat sich mit dem Druck des schwachen Dollarkurses wieder spürbar ermäßigt, bleibt aber über Vorwochenlinie. Angetrieben wurden die Kurse von der Hausse am US‐Getreidemarkt, aber auch die unterschiedlichen Aussaatbedingungen in Argentinien und Brasilien spiegeln sich in den Preisen wider. Der Preisanstieg für Brasilpellets verlief zuletzt deutlich steiler als für argentinische Ware.

Rapsöl erzielt wieder einen Preisvorteil gegenüber Sojaöl. Der kräftige Preisauftrieb in den USA hat auch die Forderungen für Sojaöl in Europa kräftig nach oben getrieben, während Rapsöl zuletzt sogar unter Druck geriet. Auch Sonnenblumenöl bleibt auf hohem Niveau und baut damit den Preisabstand zum Rapsöl auf 100 EUR/t aus, so viel wie in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr.

Datum: 24.09.2010 / Dateigröße: 232.2 KB

Kommentar KW 37 2010

Die Rapspreise hatten vorerst ihre Höhepunkte erreicht. Mit den schwächeren Terminnotierungen in den USA, den rückläufigen Mineralölkursen und fehlenden Neuigkeiten was die globale Versorgung angeht, tendierten die Rapspreise schwach, tageweise knapp behauptet.

Zwar bleibt die Unterstützung der absehbar knapperen Rapsangebote bei uns und in Übersee, aber mangelndes Geschäft auf allen Marktstufen fehlt für eine aktuelle Preisentwicklung. Die gilt auch für Kontrakte der Ernte 2011, die zuletzt sogar leicht schwächer tendierten.

Die AMI ermittelte Anfang dieser Woche noch einen Erzeugerpreise, der mit 359 EUR/t einen neuen Jahreshöchststand erreichte. Auch für Vorkontrakte bewilligte der Handel mit durchschnittlich 358 EUR/t in Ostdeutschland erneut mehr als in der Vorwoche. Allerdings werden immer weniger Verträge abgeschlossen. Zum einen spekulieren die Produzenten auf weiter steigende Preise, zum anderen lässt die schwierige Aussaat keine Prognose auf die nächstjährige Erntemenge zu. Und nach den Erfahrungen in diesem Jahr halten sich Erzeuger Vorkontrakten lieber zurück.

Aber auch die Ölmühlen zeigen wenig Interesse an neuen Verträgen, obgleich die Deckung noch nicht vollständig ist. Die Forderungen für Rapsschrot wurden erneut kräftig nach oben gesetzt. Örtlich werden 216 EUR/t für September‐Lieferungen verlangt. Das hat die lebhafte Nachfrage der Mischfutterindustrie erst einmal wieder ausgebremst. Umsätze finden hauptsächlich zwischen Handelsunternehmen statt. Das reichliche Angebot bei gleichzeitig sehr geringer Nachfrage erhöht den Druck auf die vorderen Rapsölpreise, die zuletzt stetig nachgaben und mit 780 EUR/t wieder einen Preisvorteil gegenüber dem stabil bewerteten Sojaöl aufweisen.

Fest tendiert indes Sonnenblumenöl und gleicht damit das Minus durch den schwachen Dollarkurs aus, während die Palmölpreise weiter abrutschen.

Datum: 20.09.2010 / Dateigröße: 229.64 KB

Kommentar KW 36 2010

Die Preisschere zwischen Ernte 2010 und Ernte 2011 schließt sich langsam. Vor dem Hintergrund einer absehbar kleineren Winterrapsfläche in Deutschland, aber auch in anderen Hauptanbaugebieten, werden auch die Versorgungsprognosen für das kommende Wirtschaftsjahr 2011/12 nach unten korrigiert. Das beflügelt die Kurse.

Der August‐Termin 2011 legte in Paris innerhalb von fünf Tagen um 15 EUR/t zu und schloss zuletzt fest mit 370,25 EUR/t. Demgegenüber konnte sich der vordere Termin unter dem Druck rückläufiger US‐Sojakurse, schwacher Mineralölnotierungen und einem schwächeren Dollarkurs nicht halten und gab leicht auf 383 EUR/t nach. Dass die Rapskurse dem Sog rückläufiger Agrar‐, Finanz‐ und Aktienmärkte nicht stärker nachgeben, liegt am knappen Angebot. In Deutschland wurde die Rapsernte 2010 vorläufig auf 5,7 Mio. t geschätzt. Das ist zwar 9 % weniger als im Vorjahr, aber nicht ganz so schlecht, wie lange erwartet. Zuletzt bestätigten die Schätzungen in Kanada dort ebenfalls eine geringere Rapsernte als bislang angenommen und mit Gespanntheit wartet der Markt auf die heutige Veröffentlichung des neuen USDA‐Berichtes über die globale Versorgungslage mit Ölsaaten und Nachprodukten.

Auch auf Erzeugerebene zeichnet sich ein uneinheitliches Bild ab. Während Raps der Ernte 2010 unbesprochen im Lager bleibt, werden Kontrakte auf die Ernte 2011 lebhaft abgeschlossen. Einen kräftigen Satz nach oben verzeichnet Rapsschrot, das auf vorderen Lieferpositionen nun mit über 210 EUR/t bewertet wird. Die Nachfrage hatte sich sogar auf Terminware belebt, da nun auch Mischfutterhersteller mit nennenswerten Preisrücknahmen nicht mehr rechnen. Die Forderungen für Sojaschrot sind im Wochenverlauf spürbar angehoben worden. Hier konzentriert sich das Kaufinteresse weiterhin auf vordere Liefertermine.

Ebenfalls kräftig angezogen sind die Forderungen für Pflanzenöl. Dabei verzeichnet Sonnenblumenöl den größten Preissprung von über 40 EUR/t gegenüber Vorwoche aufgrund der stark gestiegenen Rohstoffpreise. Die Preisschere zwischen Soja‐ und Rapsöl öffnete sich in dieser Woche, da Rapsöl nur wenig im Preis anzog, Sojaöl hingegen um 10 EUR/t auf 800 EUR/t anstieg. Das Kaufinteresse ist am gesamten Pflanzenölmarkt sehr gering, da Energiepreise und Pflanzenölpreise entgegengesetzte Tendenz aufweisen.

Datum: 10.09.2010 / Dateigröße: 227.07 KB

Kommentar KW 35 2010

Die Schwäche am Rapsmarkt war nur von kurzer Dauer. Die Terminkurse zogen erneut kräftig an und halten sich auf einem Niveau um 375,50 EUR/t für November‐Lieferungen. Das Interesse der Mühlen konzentriert sich auf vordere Liefertermine, das spiegeln die Prämien die bewilligt werden wider. Dennoch sind Umsätze mit Raps selten, denn sowohl der Handel aber vor allem die Erzeuger trennen sich nur schwer von ihren Rapspartien.

Die Aussicht auf knappes Rapsangebot mehrt die Hoffnung auf steigende Preise. Daher konnte sich Raps gegen die Schwäche am Sojamarkt im Laufe der Woche auch gut behaupten. Da es am Ölsaatenmarkt wenig Neues gibt, haben die Entwicklungen am Getreidemarkt derzeit den größten Preiseinfluss. Selbst der zuletzt wieder festere Mineralölkurs konnte an den Ölsaatenterminmärkten wenig bewegen.

Feste Rohstoffpreise und schwindendes Angebot, wenigstens auf den vorderen Lieferterminen, lässt die Forderungen für Rapsschrot stetig steigen, so dass zuletzt die Linie von 200 EUR/t wieder überschritten wurde. Auf Termin wird indes wenig gehandelt. Auch das Sojaschrotangebot ist überschaubar, gerät aber im Zuge des schwächeren Dollarkurses und Preisdruck. Dennoch sind die verlangten 314 EUR/t für vordere 44er‐Ware fob Hamburg auf hohem Niveau. Die Nachfrage nach Rapsöl hat sich deutlich beruhigt, nachdem die Preise kraftvoll angehoben wurden und mit dem ebenfalls teureren Sojaöl nahezu gleichzogen.

Eine größere Korrektur nach unten verzeichnete indes Sonnenblumenöl, so dass sich diese drei Öle preislich wieder sehr nahe gekommen sind.

Datum: 07.09.2010 / Dateigröße: 224.34 KB

Kommentar KW 34 2010

Am Kassamarkt setzten sich zwischenzeitlich niedrigere Rapspreise durch. Grund waren schwachen Vorgaben vom Weltmarkt, an dem die positiven Angebotsaussichten für die USA, fallende Rohöl- und Aktienmärkte, sinkende Weizenpreise und der allmählich aufkommende Erntedruck in den USA Wirkung entfalteten.

Gegen Ende der Woche setzten sich allerdings wieder freundlichere Tendenzen durch. Rasch dahin schmelzende Bestände und Aussichten auf ein niedrigeres Angebot lassen weiterhin nur wenig Bewegung nach unten zu. Der Markt für Rapsschrot ist von schwachen Umsätzen geprägt.

Die Ölmühlen sind mit Blick auf eine geringere Marge nicht als offensive Verkäufer am Markt. Aber auch die Mischfutterhersteller zeigen kein ausgeprägtes Kaufinteresse und kaufen nur einzelne Partien zur Angebotsergänzung hinzu. Sowohl bei den einzelnen Positionen als auch Paritäten werden ähnliche Preise genannt.

Die Sojaschrotpreise zeigten sich nach kurzer Schwäche fester, zumal der schwache Euro den Import von Ware aus Übersee verteuert. Die Preise für pflanzliche Öle stehen weiter unter dem Einfluss labiler Mineralölpreise. Vor allem die europäische Biodieselindustrie leidet unter den hohen Rohstoffpreisen. Aus dem Lebensmittelbereich wird Rapsöl indes lebhaft abgerufen.

Datum: 27.08.2010 / Dateigröße: 219.94 KB

Kommentar KW 33 2010

Der Handel mit Raps verläuft derzeit recht ruhig. Mit Sorge werden die wetterbedingten Verzögerungen beim Abschluss der Ernte registriert. Vor allem im Osten des Landes steht neben Weizen auch noch einiges an Raps auf den Feldern. Auch die Aussaat von Raps zur Ernte 2011 dürfte sich aufgrund der späten Getreideernte vielerorts verzögern.

Rapsschrot wird stetig gehandelt, vor allem auf den vorderen Terminen kam es zu größeren Umsätzen. Viele Verarbeiter dürften noch Lücken in ihren Büchern haben, die nun geschlossen werden. Das Preisniveau liegt zwar noch leicht unter der Vorwoche, die Forderungen wiesen zuletzt aber bereits wieder feste Tendenzen auf.

Die Sojaschrotpreise haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Gegen Ende der Woche kamen zwar wieder Schwächesignale von den USSojamärkten, ein freundlicher Unterton bleibt aber vorerst erhalten. Bei Pflanzenöl zeigten die Preise in dieser Woche uneinheitliche Tendenz. Die Forderungen für Raps- und Sojaöl bewegten sich dabei aber nahe der Vorwochenlinie.

Bei Sonnenblumenöl wurden etwas nachgebende Preise verzeichnet. Allerdings dürften die Ernteausfälle in der Schwarzmeerregion sowie die negativeren Angebotsaussichten für Argentinien auch weiterhin Marktwirkung zeigen.

Datum: 20.08.2010 / Dateigröße: 217.36 KB

Kommentar KW 32 2010

Die heiße Phase an den Terminmärkten scheint vorerst beendet zu sein. An der Pariser Börse wurden die Rapskurse nach zwischenzeitlichem Höhenflug wieder auf das Niveau vom Monatsbeginn korrigiert. Die Umsätze am Kassamarkt fallen aufgrund mangelnder Offerten sehr gering aus. Erzeuger liefern Ware auf bereits getätigte Kontrakte ab, Neugeschäft kommt nur sehr selten zustande.

Weiter nach oben tendieren die Sojanotierungen, vor allem unterstützt durch den festen Dollarkurs, aber auch durch den jüngsten USDA-Bericht, der auf eine ungebrochen starke Nachfrage Chinas hindeutet. Dabei zogen auch die Sojaölnotierungen deutlich an, während sich Rapsöl im Vergleich zur Vorwoche nur stabilisieren konnte.

Stark verteuert hat sich indes Sonnenblumenöl, da es momentan keine Offerten aus Südosteuropa gibt. Nachdem die Rapsschrotpreise nahe an die Linie von 200 EUR/t herankamen, sind die Forderungen nun wieder deutlich nach unten gesackt. Kaufinteresse wurde dabei nicht mobilisiert. Sojaschrot bleibt indes fest gestimmt und damit über der Linie von 300 EUR/t.

Datum: 16.08.2010 / Dateigröße: 216.94 KB